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LotharGehlhaar - Teichbauforum

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Um eine effektive Hilfe der Forenuser zu bekommen, ist es hilfreich, vor dem Erstellen eines neuen Themas in der Rubrik Krankheiten, genaue Angaben zum Teich und den Gegebenheiten vor Ort zu machen. Folgende Punkte sollten immer mit angegeben werden.


Das sind die wichtigsten Fragen, die vorab dem Forenusern mitgeteilt werden sollten, anhand dieser kann schon einiges ausgeschlossen werden. Dieser Fragenkatalog kann einfach kopiert und in eure Anfrage eingesetzt werden.


Hast Du den Wohnort oder wenigstens die Postleitzahl in (3 Stellen reichen) deinem Profil angegeben? Hier kann ein User aus der Nähe oft mal schnell an den Teich kommen, und nach dem Rechten sehen.

Viele Themen sind schon sehr oft gestellt worden, und hier ist die Suchfunktion sehr hilfreich, da manch erfahrene User nicht gerne zum 100. Mal die gleiche Frage beantworten möchte.

Auch ist es hilfreich, sich zu einzelnen Themen hier in der Enzyklopädie einzulesen. Hier wurde das Beste aus dem Forum zusammengetragen, und viele Fragen auch hier sehr schnell beantwortet.

Achtung eine Ferndiagnose im Internet oder per Telefon kann nur ein Anhaltspunkt sein, um auf Probleme aufmerksam zu machen. Keinesfalls sollte man sich ungeprüft darauf verlassen! Auch sollten Dosierungen von Medikamenten etc. noch einmal überprüft werden. Hier gab es schon oft Zahlendreher, Komma falsch gesetzt etc.



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BeitragVerfasst: So 17.Jun 2018 19:53 
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Anonymer User

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Beiträge: 3
Hallo liebe Community, mein Name ist Fabian und ich schreibe euch aufgrund eines (möglichen) Notfalls einer Koidame. :(
Bitte entschuldigt, dass meine Vorstellung deshalb so kurz ausfällt.

Es wird eine etwas längere Story, aber ihr braucht ja auch sicherlich erst einmal Kontext, um euch ein Urteil bilden zu können.

Direkt vorweg: Ich weiß, dass Ferndiagnosen eigentlich immer schwierig bis unmöglich sind. Aber es gibt sicherlich viele unter euch, die bereits auf eine sehr, sehr lange Erfahrung im Umgang mit Koi zurückblicken können und deswegen vielleicht etwas ähnliches erlebt haben.

Die Kois meiner Eltern sind soweit alle putzmunter, agil und zutraulich. Eine (vermutlich?) Koidame macht uns jedoch große Sorgen, da sie jetzt kurz vor dem Wochenende aufgedunsen ist, eventuell schon Mittwoch oder Donnerstag, das weiß ich leider nicht genau. Da ich erst am Freitag daheim ankam, ist das sozusagen mein "Stand der Dinge".

Da wir bis dato (in 8 Jahren) noch nichts derartiges erlebt haben und entsprechend keinerlei Erfahrung besitzen, waren wir alle sehr ratlos. Nach Recherche im Internet haben wir über allerlei schockierende Krankheiten bei einem solchen Symptom gelesen, allen voran die Bauchwassersucht, die - so wie wir oft gelesen haben - bei Aufquellen schon so weit fortgeschritten ist, dass alles weitere zu spät ist.

Was uns jedoch stutzig macht ist, dass die Dame weder Glotzaugen hat, noch dass sie aussieht wie ein Tannenzapfen. Durch die momentane Körpergröße sind einige Schuppen direkt hinter den Kiemen leicht abstehend, sonst sieht ihr Körper aber ganz normal aus.

Sie war jedoch auch relativ apathisch an der Wasseroberfläche, stand jedoch normal im Wasser. Auch bei einem Fütterungsversuch kam sie nur sehr zögerlich heran (normalerweise ist sie eine der Ersten am Beckenrand), hat 2-3 Perlchen in den Mund genommen aber das Futter wieder ausgestoßen.

Da wir große Angst um den Fisch haben und ihn nicht verlieren möchten, haben wir versucht, schnell (aber gleichzeitig so schonend wie möglich) zu handeln. Ich habe am selben Abend über Amazon ein Breitbandmedikament bestellt (JBL Ektol bac Pond Plus), welches dann auch gestern ankam. Meine Mutter hat zwischenzeitlich ein Kurzzeit-Salzbad (mit Teichwasser) veranlasst, welches vom Koi auch gut vertragen wurde. Als der Fisch anfing zu kippen, wurde sofort gestoppt und der Koi zurück in den Teich verfrachtet. Dies machte ihn nach dem "Aufwachen" auch etwas fitter.

Den Samstag haben meine Mutter und ich dann damit verbracht, ein Planschbecken (welches wohl ca. 700 Liter fasst) zu kaufen, es als Quarantänebecken neben dem Teich aufzubauen und zu befüllen.

Es wurden exakt 600 Liter eingefüllt, wir haben mit einem 10-Liter-Eimer und einem Litermaß gearbeitet. Dabei wurden 400 Liter Teichwasser und 200 Liter Frischwasser (Leitung) mit nahezu gleicher Temperatur verwendet. Es ist eine Sauerstoffpumpe mit 4 Sprudelsteinen im permanenten Einsatz.

Die Patientin wurde sodann "eingewiesen" und ihr eine Eingewöhnungszeit von ca. 2 Stunden gegeben, obwohl sie sich schon nach wesentlich kürzerer Zeit den Umständen entsprechend wohlgefühlt hat.

Zum Lindern des osmotischen Drucks habe ich dann eine Aufsalzung vorgenommen, natürlich unjodiertes Speisesalz. 5 Gramm pro Liter, also 3 kg Salz auf die gesamte Wassermenge. Dabei habe ich über einen Zeitraum von etwas mehr als einer Stunde sanft die ersten 1,5 kg Salz hinzugefügt, dann gab es 70 Minuten Pause und dann die nächsten 1,5 kg Salz, wieder in etwas mehr als einer Stunde.
In Bezug auf das Verhalten der Patientin wirkte dies wahre Wunder, sie war noch am selben Abend wie ausgewechselt, ohne panisch oder unruhig zu wirken. Ihre vormals schnelle Atmung (im Teich und auch danach noch im Becken) wurde merklich ruhiger, sie zieht gemächlich ihre Bahnen und folgt uns sogar wieder, wenn wir an das Becken herantreten und herumgehen.

Ich würde ihr Verhalten momentan als absolut unauffällig bezeichnen, wenn da eben nicht diese Aufblähung wäre. Dieser Zustand hat sich in all der Zeit weder verbessert noch verschlechtert. Die Schuppen sind nach wie vor glatt angelegt (bis auf die paar Stück direkt hinter den Kiemen), die Augen sind normal und werden auch problemlos gedreht um die Umgebung zu beobachten, kein Flossenklemmen, kein Kiemenspreizen, keine Aufstellung des Rückenkamms.

Wir hatten beschlossen, der Dame eine Gewöhnung an das Salz über Nacht zu gewähren und am Sonntag (heute) die Medizin hinzuzugeben, um ihrem Organismus nicht die volle Dröhnung auf einmal zuzumuten. Heute Morgen haben wir trotz vernünftiger Wasserwerte (lt. Teststreifen 6 in 1) einen Teilwasserwechsel von 63 Litern durchgeführt. Gleiche Temperatur wie im Becken (zwischen 18 und 19°C) und gleiche Salzkonzentration von 5 Gramm pro Liter. Nach einer halben Stunde wurde dann die Medizin hinzugegeben.

Es handelt sich wie bereits beschrieben um das Präparat "JBL Ektol bac Pond Plus". Der Hersteller gibt eine Dosierungsanweisung von 40ml auf 800 Liter Wasser, macht im Quarantänebecken bei 600 Liter nach Adam Riese also 30ml. Wir haben (wie vom Hersteller empfohlen) erstmal die Hälfte mit der Gießkanne über dem Becken verteilt, 20 Minuten gewartet und dann die nächste Hälfte verabreicht. In all der Zeit zeigte der Fisch keinerlei anormales Verhalten.
Unser Gedankengang hierbei: Selbst wenn keine bakterielle Infektion die Ursache für das Leiden ist, so können wir zumindest den Keimdruck auf ihr Immunsystem so gering wie möglich halten und ihr eventuell bei der Selbstheilung helfen.

Die Wasserwerte wurden bis dato engmaschig kontrolliert (ca. alle 2 Std.) und noch häufiger wird eine nicht-invasive "Sichtkontrolle" der Koidame von oben durchgeführt. Wir füttern die Patientin bis dato nicht. Alle anderen Koi im Teich zeigen keine Auffälligkeiten und scheinen nicht betroffen zu sein. Eine Koitierärztin (Fr. Dr. Schleicher) wurde ebenfalls informiert, allerdings müssen wir momentan auf einen Termin warten, was uns natürlich weiter ängstigt.


Meine Fragestellungen nach dieser gesamten Wand aus Text sind: Hat jemand von euch schon mal einen ähnlichen oder sogar den gleichen Fall gehabt? Weiß jemand, ob man das wieder in den Griff bekommt? Handeln wir richtig / vernünftig oder begehen wir Fehler bei der gesamten Geschichte?
Wir machen uns aktuell wirklich sehr große Sorgen um unsere Patientin und sekundär natürlich um alle Teichfische.

Ein Bild der Koidame vom Samstag wird angefügt, körperlich ist sie momentan unverändert.
Selbstverständlich beantworte ich gerne alle weiteren Fragen hierzu!

Liebe Grüße,
Fabian


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BeitragVerfasst: So 17.Jun 2018 23:13 
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Beiträge: 297
Hallo Fabian,

Ferndiagnosen sind immer etwas schwierig.
Das Foto gibt auch keinen klaren Hinweis (zu undeutlich).
Die Beschreibung ist dagegen schon hilfreicher.
Es deutet alles auf eine bakterielle Endzündung hin und da sollte auf jeden Fall ein Antibiogramm erstellt werden. Bis das Ergebnis Vorliegt, für stabile Verhältnisse sorgen (Temperatur bei ca.20°) und da Du schon JBL Ektol bac Pond Plus verwendest drei Tage hintereinander die Hälfte Wasser wechseln(bei gleicher Temperatur) das JBL Ektol bac Pond Plus leicht Über-dosiert entsprechend zusetzen.

Grüße Heribert


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BeitragVerfasst: Mo 18.Jun 2018 9:51 
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Hi,

ja sowas kommt vor ... also ist bekannt.

Meistens ist es ein Nierenfunktionsstörung.
Dieses hat aber viele mögliche Ursachen.
Von Mangel an bestimmten Nährstoffen bis hin zur viralen / bakteriellen Infektion.

Mit dem Salz sollte der Koi aber schon ein wenig dünner werden.



Neue Planschbecken sind schon mal ab und an fischgiftig !
Dort gibt es möglicherweise ein Antischimmel-Gift auf der Oberfläche.
Aber dann sollte der Koi heute schon im Himmel sein.

Einige Medikamente dürfen/sollten nicht in Salzwasser angewendet werden.
In deinem Mittel ist Jod als Wirkstoff genannt, keine Ahnung ob das Salz im Wasser verträgt.

Wichtig scheint mir hier das du die Abkühlung über Nacht so gut wie möglich verhinderst.
Das stresst die Koi heftig wenn immer + 3° ... -3° Wassertemp. vorhanden ist.

_________________
Gruß
Klaus





20 Koi 55-78cm ; 42t Teich ; EB-Trommler ; 280L Helx ; 30t Ppe u. 20t Ppe. ; 40W + 40W UVC ; >65kg Fisch

Mein Futter : https://www.koifutterhandel.de/
Und Koi Power : http://koipower.de/


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BeitragVerfasst: Mo 18.Jun 2018 11:56 
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Vielen Dank, Heribert und Klaus!

Diese Antworten sind auf jeden Fall sehr hilfreich.
Bezüglich des Medikaments gibt der Hersteller an, dass bei Vorhandensein von Salz im Wasser das Medikament MÖGLICHERWEISE an Wirkung verliert. Ob dem so ist und wenn ja, wie stark der Verlust ist, darüber gibt es keine Angaben. Ebensowenig macht JBL Angaben darüber, dass sich eine Toxizität entwickeln könnte, wenn der Wirkstoff mit dem Salz reagiert.

Dadurch, dass so mancher Koibesitzer seinen gesamten Teich ja permanent aufgesalzt betreibt, würde ich einen solchen Hinweis schon als nicht marginal betrachten. Entsprechend bleibt zu hoffen, dass der Hersteller dies getestet und keine Giftigkeit festgestellt hat. Was aber gesagt wird ist, dass während der Behandlung UVC-Lampen, Aktivkohlefilter und Salzsäuredosieranlagen abgestellt / entfernt werden sollten. Und weil das Mittel natürlich gegen ALLES schießt, was irgendwie was mit Bakterium zu tun hat, ist mit erheblich verschlechterter Filterwirkung zu rechnen, da ja auch die guten Bakterien sterben. Aber dafür benutzen wir das Mittel ja auch im Quarantänebecken und nicht im gesamten Teich. :wink:


Mit der Fischgiftigkeit in Bezug auf das Planschbecken hatte ich auch schon verdammt Angst als ich es ausgepackt hatte, da es schon sehr nach "fabrikneuem Plastikgedöns" gerochen hat. Auch hier blieb uns aber nichts anderes übrig als zu hoffen, dass der Baumarkt OBI keinen giftigen, gewässertoxischen Schund verkauft, zumal es als Babyplanschbecken deklariert ist und nach Benutzung desselbigen der Inhalt von den meisten Menschen wohl irgendwo in die Natur gekippt wird (Grundwasser!).

Gibt es denn irgendeine Möglichkeit, so eine Außenhälterung effektiv vor Temperaturschwankungen zu schützen? Aus Platzgründen ist es im Haus leider nicht möglich, sonst hätten wir es sofort getan. Und den Fisch eine Woche oder länger in irgendeinem 300-Liter-"Becken" oder gar einem Betonmischkübel zu halten, wäre absolute Tierquälerei... ganz abgesehen vom Heilungsverlauf.


Zu der Dicken bleibt zu sagen: Momentan scheint sie sich den Umständen entsprechend recht gut "eingelebt" zu haben. Sie ist nach wie vor aktiv und macht einen recht entspannten Eindruck. Keine offensichtlichen Stressanzeichen, sie kommt immer zum Beckenrand um uns zu begrüßen wenn wir uns nähern. Heute fing sie sogar an, den Boden nach Fressbarem abzusuchen, also regelrecht zu "gründeln", obwohl da auf dem Boden natürlich nichts ist. Wir trauen uns bis dato nicht, ihr Futter zu geben aus Sorge vor den Konsequenzen für die Wasserqualität und weil die Verdauung vielleicht ein weiterer potenzieller Belastungsfaktor für ihre Organe wäre.
Da sie in gesundem Zustand immer ordentlich gefuttert hat und immer gut "im Saft" stand, haben wir vorerst keine Sorge, dass sie absolut entkräftet ist oder gar verhungert. Kann ein Koi denn bei aktuellen Temperaturen um die 20°C längere Zeit ohne Futter auskommen?


Noch mal vielen Dank für die bisherigen Antworten und liebe Grüße
Fabian


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BeitragVerfasst: Mo 18.Jun 2018 13:06 
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Beiträge: 821
Wohnort: 31234 bei Peine
Dein Koi kann locker 2 Wochen mal eine Fresspause einlegen.
Da brauchst du dir keine Gedanken machen.

_________________
Gruß
Florian

YouTube-Koi-Kanal https://www.youtube.com/c/TeichGarten4You

30.000l, 170cm tief, 12 Koi 50-70cm, PP35 Trommelfilter, 2 Kubik Biofilter mit Japanmatten und statischen Helix, Umwälzung rund 35 Kubik die Stunde, selbst geplant, selbst gebaut, Abdichtung mit flexibler Dichtschlämme.


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BeitragVerfasst: Mo 18.Jun 2018 13:18 
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Registriert: So 17.Jun 2018 19:49
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Beiträge: 3
Danke für den Hinweis, Florian!

Dann haben wir ja wenigstens in dieser Hinsicht keinen Grund zur Sorge! :roll:


Liebe Grüße
Fabian


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